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Analyse deutscher und eurasischer Wirtschaftsgemeinschaften. Teil 3. Drucken
  Peter Enders, Galina Nurtasinowa und Ulf Schneider   
Freitag, 10. Februar 2017
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Der Deutsche Zollverein (1834-1871) diente als Instrument der damaligen politischen und wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, analog zur Europäischen Union. In einem direkten Vergleich von EU und EAWU werden im Folgenden Möglichkeiten und Grenzen eines einheitlichen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok skizziert. Sollte man ihn besser bis Schanghai denken?

 

[…] Das preußische Zollsystem wurde ein Vorbild für viele deutsche Länder. Noch 1871 stammten drei Viertel der Einnahmen aus Zoll auf Getränke (Bier, Wein, Spirituosen usw.), Nahrungs– und Genussmittel (Kaffee und einige Kolonialwaren) sowie Tabakprodukte. Insgesamt lagen die Zölle in Preußen 1818 zwar höher als in den kleineren deutschen Staaten, aber deutlich niedriger als in Österreich, Frankreich oder Russland.
Vor allem für die kleineren Nachbarstaaten, die teilweise oder ganz von preußischem Staatsgebiet umschlossen waren, führten die Durchgangszölle zu einem Druck, sich dem preußischen System anzuschließen. Einige gaben diesem Druck nach, während andere die Politik Preußens als partikularistische Aktion gegen die kleineren Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes kritisierten. Es gab Bestrebungen, gegen die preußische Politik defensive regionale Zollbündnisse zu etablieren.
Beeinflusst vor allem durch Friedrich Christian Adolf von Motz (1775-1830), Finanzminister 1825-1830, und seinen Nachfolger Karl Georg Maaßen (1769-1834) versuchte die preußische Regierung, durch Druck oder durch finanziell lukrative Angebote nichtgebundene Staaten und Mitglieder konkurrierender Zollverbände zum Anschluss an das preußische System zu bewegen. Das führte vor allem aus finanziellen Gründen zum Erfolg. So kam es 1829 – nicht zuletzt vermittelt durch den Verleger, Industriepionier und Politiker Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (1764-1832) – zu einem weit reichenden Vertrag zwischen dem preußischen und dem süddeutschen Zollverbund, die sich 1833 offiziell zusammenschlossen.
Im Rahmen dieser umfangreichen Verhandlungen zwischen den Staaten des Deutschen Bundes gelang es der preußischen Regierung, die meisten übrigen deutschen Staaten für das Projekt eines großen Zollvereins zu gewinnen. Am 1. Januar 1834 trat dann der vorerst auf eine Dauer von acht Jahren angelegte Deutsche Zollverein in Kraft. […]

Die Fortsetzung dieses Beitrags lesen Sie in den nachfolgenden Ausgaben.

 

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