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| Donnerstag, 15. Juli 2010 | |
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Click statistic (5702) Die Beiträge wurden von den Autoren im Rahmen einer Schreibwerkstatt während der Sommerschule der Sprachlernzentren Kasachstans und Kirgisistans sowie des Goethe-Instituts Almaty verfasst.
Einkauf kann auch lustig sein Sprachbarrieren, Kommunikationsprobleme und Missverständnisse – wie der Kauf einer Bluse im unscheinbaren polnischen Städtchen Stettin zu einer interkulturellen Herausforderung wurde. Von Andrej Klein, Julia Wolf und Schanar Sadykowa
Seit meiner Kindheit träumte ich davon, einmal nach Deutschland zu reisen. In einem glücklichen Moment nahm ich an einem Studentenaustauschprogramm teil und bekam eine Einladung, als Gaststudentin nach Deutschland zu reisen. Die Bluse war total geil In einem Schaufenster sah ich eine schöne Bluse. Die Bluse war total geil. Ich konnte meine Augen nicht mehr von ihr abwenden. Ich ging also in die Boutique und fragte die Verkäuferin nach dem Preis der Bluse und nach der Größe. Ich fragte erst mal auf Deutsch, weil ich dachte, dass man in der Stadt deutsch spricht. Die Stadt liegt schließlich an der Grenze zu Deutschland. Aber meine Vermutung war falsch. Die Verkäuferin antwortete nicht. Dann versuchte ich auf Englisch zu erklären, was ich wollte. Ich versuchte mit Mimik und Gestik, mit Händen und Füßen, mit einer wilden Mischung aus Deutsch und Englisch mich verständlich zu machen, aber es hatte nicht geklappt. „Ja tosche goworju po-russki“ Ich wusste nicht, was ich weiter tun sollte. In diesem Moment hörte ich, dass mich jemand auf Russisch rief. Es war Wladimir, ein Kumpel aus Russland. Plötzlich begann die Verkäuferin zu lachen und sagte im klarstem Russisch: „Ich kann doch auch Russisch“. Und ich dachte nur: Wie dumm von mir! Ich hatte alle Sprachen versucht, die ich kannte, alle außer Russisch. Dann erklärte ich alles auf Russisch und kaufte die Bluse. Und jetzt – wann immer ich die Bluse anziehe – erinnere ich mich an diese lustige Geschichte. Ich wusste nicht, dass Einkaufen so lustig sein kann. Freundschaft Wahre Freunde trifft man in der Not - diese Erfahrung musste fast schon jeder einmal machen, so auch in dieser Fabel, in der zwei Hasen in Seenot geraten. Von Naserke Kasenowa und Syrga Abdullajewa
Eines schönen Tages fuhren zwei zarte Hasen mit dem Tretboot auf einen See hinaus. Als sie in der Mitte des Sees angekommen waren, bekamen sie ein Problem mit der Technik des Bootes. Sie bemühten sich, es zu reparieren, aber leider ohne Erfolg. Einer der beiden Hasen war ängstlich, denn er konnte nicht schwimmen. Deshalb schickten sie einen Notruf über den ganzen See: SOS, Hilfe, Hilfe! Fünf Minuten vor der Zeit… Wenn Kulturen aufeinander treffen, kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Dass dies jedoch auch geschehen kann, wenn man sich mit der anderen Kultur und deren Eigenheiten auseinander gesetzt hat, zeigt die folgende Episode. Von Lena Nedugowa „Oh Gott“, denke ich, „Ich habe nur noch zehn Minuten Zeit. Ich darf auf keinen Fall zu spät kommen“. Jeder Mensch kennt diese Situation, aber ich bin unterwegs ins Sprachlernzentrum zu meiner ersten Unterrichtsstunde mit der Sprachlehrerin aus Deutschland. Da kann ich unmöglich zu spät kommen. Sicher wird sie denken: „Das ist aber sehr unhöflich“. …das ist deutsche Pünktlichkeit
Zum Glück bin ich doch noch pünktlich gekommen – fünf Minuten früher. Aber als ich in das Büro eintrete, um am Unterricht teilzunehmen, sehe ich meine deutsche Lehrerin, die doch eigentlich pünktlich auf die Minute sein müsste, am Computer sitzen und gemütlich Tee trinken. Vielleicht geht meine Uhr vor, denke ich. Aber nein, inzwischen ist es schon 18.15 Uhr. Der Unterricht hätte schon längst beginnen sollen. Aber etwas einzuwenden, wäre doch unartig von mir. Ich bin, wie immer, etwas verwirrt. Sie ist doch schließlich Deutsche. Also kann sie sich unmöglich verspäten oder unpünktlich sein. Nicht nur Bier und Lederhosen Dieser Satz war der größte Kulturschock in meinem Leben. Und jetzt weiß ich, dass vielleicht nicht alle Deutschen Bier trinken, Lederhosen tragen und pünktlich auf die Minute sind. Und ich sage mir jetzt immer: Der Deutschunterricht beginnt um sechs…ich komme zur Zeit. |